Eigenes Menü

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Eigene Menüs (gemeint sind vor allem Pausenmenüs) in RPG-Maker-Spielen sind schon etwa genau so lang ein Thema für Entwickler wie der RPG Maker 2000 existiert.

Eigene Menüs entstanden als Antwort auf das sperrige Standardmenü des RPG Maker 2000/2003, das kaum Raum für eigene Anpassungen lässt. Je nach Spiel und Genre macht ein eigenes Menü daher durchaus Sinn, etwa um essentielle Funktionen schnell erreichbar zu machen. In vielen Fällen erwiesen sich eigene Menüs letztlich aber als gescheiterte Experimente oder stellen sich, je nach Spiel, gar als komplett unnötig heraus. Ähnlich wie bei den meisten eigenen (oder nachgebauten) Kampfsystemen sind sie oft zu weniger imstande als das, was sie ersetzen sollen. Speziell bei überambitionierten, im Alleingang entwickelten Projekten macht sich auch bemerkbar, dass ein gehöriger Teil der Entwicklungszeit in die Entwicklung eigener Menüs oder Kampfsysteme geflossen ist, wodurch andere Aspekte wiederum vernachlässigt wurden. In vielen Demos sind eigene Menüs auch unfertig und nur in Teilen benutzbar. Gute Gegenbeispiele, die ein an die Spielbedürfnisse vorbildlich angepasster Ersatz sind, stellen hierbei die Menüs aus Velsarbor, Der schwarze Magier und Nebulus dar.

Generelle Methoden

Eigens erstellte Menüs sind entweder ein Ersatz für das Standardmenü oder eine Ergänzung für Selbiges, wobei letzteres eher in den seltensten Fällen sinnvoll ist und gut durchgeführt nicht zu weit vom Stil des Standards abweichen sollte (Arbeitshilfe hierfür: MyWindow (RPG2000/2003)), es jedoch häufig tut. Ergänzungsmenüs werden dann entweder dem Standard vorgeschaltet oder werden durch einen Gegenstand aus dem Inventar aufgerufen.

Mit dem RPG2000-/2003-IPS-Patch SwitchOnMenuCall kann der Aufruf des Standardmenüs durch den Abbruchbutton durch das Einschalten von einem Switch ausgetauscht werden, was die Einbindung eines eigenen Menüs stabiler und einfacher gestaltet.

Mapmenü

Das Mapmenü ist die ungefähr mit älteste Form von in RPG Makern auf dem PC gebauten Menüs und gleichzeitig die üblicherweise umständlichste. Aufgerufen wird es über ein ständig laufendes Event auf der Map oder ein CommonEvent, das die Position des Spielers speichert und einen Teleport auf eine neue Map durchführt, sobald die Taste zum Aufruf (in der Regel ESC) gedrückt wurde. Durch diese Vorgehensweise entsteht eine Vielzahl an Problemen, denen nur schwer entgegenzuwirken ist.

Die Positionen von Events, die sich auf der alten Map bewegt haben, sind nicht wiederherstellbar, falls diese sich nach definierten Routen bewegen (da sie sonst durcheinander geraten) und das manuelle Umplatzieren beim Verlassen des Menü's ist ein für jede einzelne Map viel zu spezieller Prozess, weswegen unter anderem deswegen darauf auch immer verzichtet wird.

Events, die durch Berührung aktiviert werden, können mit einem Mapmenü, falls es nicht mühsam dafür angepasst wurde (siehe Alternate: Virus of Ragnarök), ganz simpel vom Spieler umgangen werden, da der Teleportprozess einen Vorrang gegenüber dem Berührungs-Event besitzt, wenn das Menü mitten in einem Laufschritt aktiviert wird. Dadurch ist es in vielen Spielen leicht möglich, Sperren, Fallen und (manchmal offensichtliche) Zwischensequenzen zu überspringen und/oder den Spielverlauf zu zerstören, was nichteinmal wissentlich durch den Spieler passieren muss (Glitch-Abusing), sondern auch Zufall sein kann und einen Designfehler seitens des Entwicklers (und nicht der Engine) darstellt.

Auch die Gestaltung eines Mapmenü's selbst erweist sich als unpraktisch, da die angewendete Darstellungstechnik durch Events keinerlei Vorteile gegenüber Pictures aufweist, klobiger ausfällt und die genaue Einteilung benötigter Grafiken in ChipSet und CharSets ein sehr unangenehmer Umweg beim Erstellen ist.

Weitere Spiele mit Mapmenü:

Die Textbox

Einfache Standard-Textboxen mit Auswahl können für sehr simple und informationsschlanke Menüs verwendet werden, die nicht viel darstellen müssen. Generell sollten diese jedoch nicht zu tief verschachtelt werden, da es den Spielern schnell die Übersicht rauben kann. Richtig angewendet entstehen keine Nachteile.

Weitere Spiele mit Textboxmenü oder Textbox-Picture-Kombination:

Menü auf Picture-Basis

Die Darstellung eines Menü's durch Pictures ohne Teleport ist die beste Methode in einem RPG Maker ohne den Einsatz von einer Script-/Programmiersprache (Lua, Ruby, JavaScript,...), erfordert jedoch immer noch einiges an Können. Jede Information und Navigation kann in frei gestaltbarer Form an beliebiger Position angezeigt, verschoben und bedient werden und je nach Bedürfnis ist auch ein Blick auf die Map durch die Oberfläche des Menü's hindurch im Bereich des Möglichen.

Viele Picture-Menüs oder Textbox-Picture-Kombinationen neigen jedoch dazu, sehr langsam zu sein (bspw. eine 1s-Dauer bei jeder einzelnen Bewegung, manchmal auch nichtmal gleichzeitig) und die Spieler mit "fancy" gestalteten, aber spätestens nach dem dritten Mal ansehen öden Effekten zu langweilen (weniger ist manchmal mehr), die das Spiel abseits aller Erträglichkeit ausbremsen. Zu empfehlen sind Bewegungsabläufe, die 1 bis 2 Zehntel lang sind und möglichst parallel ablaufen.

Besonders Erweiterungen wie Destiny2, DynRPG oder RPGSS haben beim RPG Maker 2000 und 2003 die Möglichkeiten verviel- und vereinfacht, ein Menü zu erstellen, das eine gewisse Komplexität erreicht, sind jedoch keine Voraussetzung dafür.

Berührungs-Events, die mit Mapmenüs leicht ausgetrickst werden können, sind bei einem über Autostart laufenden (von einem parallelen Event ausgelösten) Picture-Menü ohne zusätzlichen Aufwand auf der sicheren Seite und werden immer unumgehbar ausgeführt, sobald der Menüprozess beendet wurde.

Weitere Spiele mit Picture-Menü: